Roulette Regeln – wo und wer hat es erfunden?

Roulette zählt zu den beliebtesten Glücksspielen. Während die Spielregeln klar sind, ranken sich um den Ursprung und den Erfinder des Spiels allerdings viele Rätsel. Eindeutig hierbei ist nur, dass das Spiel aus Europa stammt und von dort aus sich über die gesamte Welt verbreitete. Die Geschichte ist sich uneins, bei wem es sich um den tatsächlichen Erfinder von Roulette handelt. Allerdings gehen Historiker davon aus, dass die Wurzeln des Spiels bis ins Mittelalter zurückreichen. Gleich wie das Glücksrad kann das Roulette auf das Rad der Fortuna zurückgeführt werden.

Der Erfinder von Roulette

Meist wird die tatsächliche Erfindung aber dem französischen Mathematiker Blaise Pascal zugeschrieben. Dieser gilt als einer der Pioniere auf dem Gebiet der Wahrscheinlichkeitsrechnung des 17. Jahrhunderts und verfasste mehrere Werke. Diese behandelten allerdings nicht das Spiel an sich, sondern Zykloide, welche in Frankreich auch als Roulette bezeichnet werden. Das Missverständnis wurde zwar behoben, dennoch nie vollkommen beseitigt.

Obwohl Italien als eigentlicher Erfindungsort des heutigen Roulettes gilt, kann die dortige Erfindung mit keinem Namen in Verbindung gebracht werden. Erst der britische Bademeister Beau Nash kreierte um 1740 in England eine simple Roulettevariante unter dem Namen „Even-Odd“, um das damals bestehende Glücksspielgesetz zu umgehen. Nach Verbot des Spiels in England reagierte Prinz Charles von Monaco, indem er den Bau von Casinos in Auftrag gab.. Die damals existierende Form war dem heute bestehenden Roulette bereits stark ähnlich. 1842 kam die Erfindung der Einzel Null durch die französischen Unternehmer Francois und Louis Blanc hinzu. Da aber damals in Frankreich Glücksspielverbot herrschte, zogen die Erfinder nach Hamburg, von wo aus sich das Spiel rasend verbreitete. Der tatsächliche Erfinder von Roulette kann auch heute nicht festgelegt werden. Die Anpassungen durch Prinz Charles von Monaco und den Gebrüdern Blanc aber gelten bis heute, wodurch diese Personen als Erfinder des modernen Roulettes betrachtet werden können.

Der Erfindungsort von Roulette

Der genaue Ort, an welchem Roulette erfunden wurde, kann, gleich wie der Erfinder, nicht bestimmt werden. Viele Theorien behandeln China als Ursprungsort des Glücksspiels. Dort soll das Spiel in Klöstern gespielt und schließlich mit den Dominikanermönchen nach Europa gebracht worden sein. Andere Theorien wiederum behaupten, Roulette wäre bereits im Antiken Rom existent gewesen. Die damalige Spielweise beinhaltete einen auf die Seite gekippten Streitwagen, dessen Räder gedreht wurden. Mitte des 16. Jahrhunderts dagegen war in Europa ein beliebtes Spiel auf Jahrmärkten weit verbreitet, welches mit einem Rad gespielt wurde. Dieses Spiel hängt jedoch nur lose mit dem heutigen Roulette zusammen.

Da Pascal allerdings zum Verfassungszeitpunkt seiner „Histoire de la roulette“ sowie „Suite de l’histoire de la roulette“ 1658 in Frankreich lebte, können die ersten Wurzeln des Spieles dort ausgemacht werden. Als eigentliches Ursprungsland wird hingegen Italien in vielen Fällen angesehen. Im 17. Jahrhundert wurde dort eine Roulettevariante gespielt, welche 38 Zahlen beinhaltete. Das „Große Roulette“ mit den Zahlen 00, 0 sowie 1 bis 36 wurde noch bis 1900 im „Meyers Konversationslexikon“ als „Italienisches Roulette“ geführt.

Erste handfeste Hinweise zur Erfindung und Verwendung von Roulette stammen aus England aus dem 18. Jahrhundert. Bereits 1720 existierte das Spiel „Roly Poly“, welches ein drehbares Rad sowie eine Kugel beinhaltete. Das Spiel wurde hauptsächlich von Adeligen gespielt, wurde durch das Glücksspielgesetz von 1739 sowie 1740 allerdings verboten. Unter dem Namen „Even-Odd“ konnte die simple Variante von Roulette bis einschließlich 1745 gespielt werden, bis es letztendlich ebenfalls als illegal befunden wurde.

Das britische Verbotsgesetz wirkte sich auf andere europäische Staaten aus. Dadurch erfreute sich Roulette in Frankreich im 18. Jahrhundert wieder großer Beliebtheit. Prinz Charles von Monaco erkannte die stätig wachsende Beliebtheit des Spieles. Um die Gesetzte zu umgehen, führte er Casinos ein, welche durch den französischen Adel stark besucht wurden. Um 1796 herum wurden erstmals moderne Rouletteräder in den Pariser Casinos und Spielsalons installiert, welche dieselben Merkmale wie das moderne Roulette aufwiesen.

Mit der Spielanpassung der Gebrüder Blanc änderte sich der Entwicklungsort des modernen Roulettes dezent. Von Deutschland aus verbreite sich das Spiel, sodass schließlich auch Frankreich das Spielverbot aufhob. Bereits einige Zeit nach der Anpassung durch die Gebrüder Blanc kam das Glücksspiel nach Amerika. Die Amerikaner jedoch änderten die Spielfläche ein weiteres Mal. Die Doppel Null wurde durch eine einfache Null ersetzt. Der Großteil der amerikanischen Casinos allerdings lehnte die Doppelnull ab, sodass die einfache 0 wieder an ihre Stelle trat. Durch diese Tatsache kann davon ausgegangen werden, dass Frankreich, trotz anderer historischer Quellen, als Erfindungsort des heutigen Roulettes angesehen werden kann.

Was ist beim Roulette verboten?

Eine der wichtigsten Regeln im Casino, insbesondere im Live Casino lautet, dass nach der Ansage des Croupiers „Nichts geht mehr“ bzw. „rein ne va plus“ keine Einsätze mehr auf den Spieltisch platziert werden dürfen. Daneben gibt es zahlreiche weitere Tabus im Casino.

Kein unerlaubtes Überschreiten der Tischlimts

Jeder Roulette-Tisch verfügt über ein Tisch- und Setzlimit für einzelne Zahlen oder Chancen. Es ist nicht erlaubt, einen höheren Einsatz zu tätigen, als es das Casino für den betreffenden Tisch vorgibt. Die Tisch- bzw. Setzlimits auf eine bestimmte Zahl oder Gewinnchance gilt insbesondere auch dann, wenn mehrere Spieler an einem Tisch zusammenspielen sollten, was grundsätzlich erlaubt ist. Casinos benutzen Tischlimits, um auszuschließen, dass sich Spieler mit bestimmten Rouletten Strategien und hohen Einsätzen, dauerhaft gewisse Vorteile erarbeiten.

So wäre es zum Beispiel mit der sogenannten “Martingale-Strategie“ möglich, durch ständiges Verdoppeln des Einsatzes nach einem Verlust, seine Gewinnerwartung zu optimieren bzw. die erwarteten Verlust auf ein Minimum zu reduzieren. Spieler, die in einem Casino zusammenspielen, könnten mit ihren Einsätzen die jeweiligen Setz- bzw. Tischlimits aushebeln, was wiederum verboten ist. Sollte vom Croupier bemerkt werden, dass mehrere Spieler an einer Strategie zusammenspielen, die geeignet ist, gegen diese Regel zu verstoßen, müssen sie mit einem Ausschluss vom Spiel und mit den Verlust ihrer Einsätze rechnen.

Verbot technischer Hilfsmittel

Ebenso verboten ist der Einsatz technischer Hilfsmittel, etwa von Messinstrumenten oder ähnlichem in einem Casino. Manche Spieler sind der Meinung, dass man einen Kessel „auslesen“ bzw. „ausgucken“ kann. Diese „Kesselgucker“ versuchen, den wahrscheinlichen Einschlag-Sektor der Kugel aus der Geschwindigkeit der Kugel und der Geschwindigkeit des sich drehenden Kessels zu ermitteln. Die Kesselgucker setzen dabei grundsätzlich erst nachdem sich die Kugel bereits dreht. Sie setzen dabei auch nicht auf einzelne Zahlen bei Roulette, sondern auf mehrere benachbarte Zahlen in einem vermuteten Einschlag-Sektor.

Durch den Einsatz modernster Mess- und Computertechnik wäre es in der Tat wahrscheinlich, sich hierdurch höhere Gewinnchancen zu erarbeiten. Die Berechnung des Einschlagsektors hängt jedoch von sehr vielen Variablen ab. Das sind zum Beispiel das Gewicht und die Geschwindigkeit des Kessels und der Kugel. Eine schwerere Kugel ist zum Beispiel langsamer. Je schneller sich Kessel und Kugel drehen, umso weniger wird eine Voraussage möglich. Hinzu kommen die Gleichmäßigkeit, mit der ein Croupier die Kugel wirft bzw. die Drehungen des Kessels anschiebt.

In jedem Casino ist es daher strengstens untersagt technische Geräte, und sei es nur eine sichtbar genutzte Stoppuhr zum Zeitmessen oder Kameras mitzuführen und zu bedienen. Das führt zum sofortigen Hausverbot. So wurde zum Beispiel einer der berühmtesten Kesselgucker, der Sachse Christian Kaisan in vielen Casinos lebenslang gesperrt, als er versuchte, bessere Ergebnisse bei der „Kesselgucken-Strategie“ zu erzielen, obwohl es zu seiner Zeit noch nicht ausdrücklich verboten war, eine Stoppuhr zu benutzen. Die Casinos hatten hier nachdem Christian Kaisan mit der Methode Erfolg hatte, von ihrem Hausrecht Gebrauch gemacht. Bekannt geworden ist ebenso ein Fall, als drei Spieler im Londoner Casino in Hotel Ritz Carlton mit umgebauten Mobiltelefonen, die einen Laserscanner enthielten, das Casino mit dieser Strategie um etwa 1,5 Pfund erleichtert haben. Die Spieler wurden anschließend sogar wegen Spielbetrugs von der Polizei verhaftet.

Besonderheiten im Online Casino

In einem Online Casino ist das Überschreiten des Tischlimits, wenn mit nur einem Account gespielt wird, perse ausgeschlossen, da das Tischlimit auf einen Account begrenzt ist. Die Regeln der Online Casinos geben daher regelmäßig vor, dass pro Person, Haushalt, Computer und IP-Adresse nur ein Account genutzt werden darf. Technisch wäre es beim Spielen im Live-Casino jedoch ohne weiteres möglich, die Tischlimits durch Anmeldung mehrerer Accounts durch unterschiedliche Spieler und Verwendung mehrerer IP-adressen an unterschiedlichen Orten zu umgehen. Allerdings darf davon auszugehen sein, dass die Online-Casinos einer solchen Strategie relativ schnell auf die Schliche kommen und Gegenmaßnahmen, wie eine Sperrung des Accounts oder eine Reduzierung der Limits vornehmen.

Ebenso ist es strikt verboten, bei downloadbarer Casinosoftware Manipulationen vorzunehmen, um sich einen Vorteil gleich welcher Art zu verschaffen. Viele Online-Casinos bieten heutzutage allerdings nur noch browser-basierte Casino-Spiele an, was eine Manipulation des Spiels nahezu unmöglich machen dürfte. Zudem speichern Online-Casinos die Daten für jeden Spieler und werten diese computerisiert aus, sodass bei Verdacht auf ein unregelmäßiges Spiel seitens des Casino sofortige Massnahmen getroffen werden werden.

Was sind die Regeln beim Roulette?

Ziel beim Roulette ist es, die Jetons auf dem Spieltisch möglichst so zu setzen, dass ein Gewinn erzielt wird, in dem die im Roulette-Kessel rollende Kugel auf die gesetzte Zahl oder das gesetzte Feld fällt.

Regeln zum Spielablauf

Der Ablauf des Roulette-Spiels ist ziemlich einfach. Zunächst muss der Croupier das Spiel freigeben, etwa mit den Worten „Ihre Einsätze bitte“. Dies entspricht der ersten Ansage am Tisch. Wenn genug Einsätze vorhanden sind wird der Croupier die Roulette-Kugel in den sich drehenden Kessel, sodass die Kugel entgegengesetzt zur Drehbewegung des Kessels rollt. Normalerweise können noch in den ersten Sekunden nachdem die Kugel bereits rollt weitere Einsätze platziert werden. Sobald der Croupier sagt „Nichts geht mehr“ (letzte Ansage) darf jedoch kein weiterer Einsatz mehr getätigt werden. Das bedeutet, dass ein Spieler im echten Casino bzw. im Live-Casino nur eine bestimmte Zeit hat seine Einsätze zu tätigen. Wenn es sich im Online-Casino nicht um Live-Roulette handelt, kann der Spieler dagegen seine Einsätze in aller Ruhe tätigen und dann selbst den Kessel zu Drehen bringen. Sobald die Kugel auf einer Zahl von 1 bis 36 oder der 0 liegen bleibt, ist das Spiel beendet. Beim amerikanischen Roulette befindet sich außer der Null zusätzlich noch eine Doppelnull auf dem Kessel. Der Croupier gibt die Gewinnzahl, die Farbe sowie die Gewinnchancen, die gewonnen haben, bekannt. Dann zieht er zunächst die Verluste ein und übergibt dann die Gewinne an die Spieler, die durch das Setzen auf die richtige Zahl oder das richtige Feld, wie Rouge (Rot) und Noir (Schwarz), Pair (Gerade) und Impair (ungerade) sowie Manque (1-18) und Passe (19-36), gewonnen haben.

Gewinnregeln

Beim Roulette gibt es 36 Zahlen und die Null, auf die gesetzt werden kann. Wer einen Jeton bzw. Chip auf eine Zahl bzw. die Null setzt, gewinnt, wenn die Kugel genau auf die Auswahl fällt genau das 35-fache seines Einsatzes. Wer beispielsweise 1 Euro setzt, erhält 36 Euro, also den Einsatz von 1 Euro und einen Gewinn von 35 Euro zurück. Wer auf zwei benachbarte Zahlen oder auseinanderliegende Zahlen setzt, erhält der Spieler das 17-fache seines Einsatzes als Gewinn zurück. Beim Setzen auf drei Zahlen in einer Querreihe oder zufällig auf dem Spieltisch oder entspricht der Gewinn dem 11-fachen des Einsatzes. Bei Vier Zahlen, benachbart oder auseinander liegend, beträgt der gewinn das 8-fache des Einsatzes.

Wer auf einfache Chancen spielt, wie ouge (Rot) und Noir (Schwarz), Pair (Gerade) und Impair (ungerade) sowie Manque (1-18) und Passe (19-36), bekommt einen Gewinn in Höhe seines Einsatzes (also 1:1). Beim Setzen auf eines der 3 Dutzend (1 bis 12, 13 bis 24 oder 25 bis 36) bzw. auf eine von Kolonnen (horizontal) entspricht der Gewinn jeweils dem Doppelten des Einsatzes. Beim Setzen auf Zweier-Reihen (vertikal) beträgt der Gewinn das 5-fache des Einsatzes.

Übersicht der Gewinnauszahlungen:

  • 1 Zahl (Plein) 35:1
  • 2 Zahlen (Cheval) 17:1
  • 3 Zahlen (Transversale Plein) 11:1
  • 4 Zahlen (Carre) 8:1
  • 4 Zahlen (Null bis 3 im europäischen bzw. französischem Roulette, Les quatre premiers) 8:1
  • 5 Zahlen (Null, Doppelnull, sowie 1 bis 3 im amerikanischen Roulette, First Five) 6:1
  • 6 Zahlen (Transversale Simple, Zweierreihe vertikal) 5:1
  • 12 Zahlen (Dutzend, Douzaine) 2:1
  • 12 Zahlen (Kolonne, Colonnes) 2:1
  • 18 Zahlen (einfache Chance, Rouge, Noir, Pair, Impair, Manque, Passe) 1:1

Europäisches Roulette und Französisches Roulette

Im Grund bezeichnen europäisches und französisches Roulette ein und das selbe Spiel. Von den Spielregeln und von vom Spielprinzip her gibt es keine Unterschiede. Beide Varianten haben die Zahlen 1 bis 36 sowie die Null. Die möglichen Einsätze und Gewinne bzw. Auszahlungsquoten sind die gleichen. Der Unterschied besteht in der Bezeichnung der Setzfelder. Beim französischen Roulette werden diese in französischer Sprache beschriftet, also Rouge, Noir, Passe, Manque usw. Beim europäischen Roulette sind die Setzfelder in englischer oder bei deutschen Casinos auch in deutscher Sprache beschriftet.

Amerikanisches und Europäisches Roulette

Beim amerikanischen Roulette gibt es im Gegensatz zum europäischen oder französischen Roulette den Unterschied, dass es zusätzlich zu den Zahlen 1 bis 36 und der Null noch die Doppelnull gibt, auf die man auch setzen kann. Daraus ergeben sich allerdings keine grundsätzlich abweichenden Regeln, sondern nur Unterschiede in der Gewinnwahrscheinlichkeit, die beim amerikanischen Roulette etwas geringer ist als beim europäischen bzw. französischen Roulette. Der Hausvorteil der Bank steigt durch das Vorhandensein der Doppelnull neben der Null von einem Siebenunddreißigstel auf zwei Siebenunddreißigstel an. Nach oben

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 Autor dieses Beitrages

Alexander Kaiser
Alexander Kaiser
Ich bin Alexander Kaiser, geboren 1979 in München. Nach meinem Studium an der St. Gallen Business School, bin ich als Trainee zu den Swiss Casinos gekommen. Mir hat die Arbeit viel Spaß gemacht. Das Thema Casino ist spannend und faszinierend zu gleich. Ende 2012 habe ich mich entschieden mich selbstständig zu machen und das Know-How, was ich in den letzten Jahren sammeln konnte, weiterzugeben. Ich begrüße jeden Interessierten auf meiner Google+ Seite.